Informationen zur Systemischen Beratung

Den nachfolgenden Text gebe ich auch nach dem ersten Gespräch mit. Er ist als Basisinformation über mein Verständnis von Beratung geeignet und enthält

alle wesentlichen Informationen, die Sie, liebe Leserinnen und Leser  interessieren könnten.

 

Informationen

Wir alle sind vergesslich und können uns auch nicht alles merken. Während der Beratung wird vieles besprochen, da könnten auch wichtige Informationen verloren gehen. Das wäre aber für unsere gemeinsame Arbeit nicht günstig. Deswegen habe ich einige wichtige Dinge zu Papier gebracht.

 

Zu meiner Rolle als Berater:

Ich begreife mich als Ihr Begleiter bei einem Prozess, den Sie durchlaufen, und bei dem ich Sie nach Kräften unterstützen werde.

Sie werden sehen, dass allerdings die entscheidenden Schritte zur Veränderung oder zur Lösung der Probleme, um die es in der Beratung geht, von Ihnen selbst vollzogen werden müssen. Ihre Lebenspraxis liegt außerhalb der Beratung, in unseren Gesprächen können wir gemeinsam Lösungsideen entwickeln, ich kann Ihnen vielleicht behilflich sein, besser zu verstehen, wie Ihre bisherigen Probleme zustande kommen; natürlich werde ich versuchen, Ihnen meine Kenntnisse, mein Know-how, zur Verfügung zu stellen. Aber den eigentlichen Weg der Veränderung gehen Sie selbst, zuhause, zwischen unseren Terminen. Der Erfolg der Beratung ist also weniger an den Ergebnissen unserer Gespräche zu messen, sondern an dem, was Ihnen zuhause gelingt. Gelingt es Ihnen, die Dinge, die wir in den Gesprächen verabreden, umzusetzen, dann ist das Anlass zur Freude; sollte es Ihnen nicht gelingen, ist die Anlass, auf die Gründe dafür zu blicken. Ist vielleicht die Zeit für eine Veränderung noch nicht reif? Haben Sie vielleicht nicht geahnt, wie schwer oder anstrengend Veränderungen sind?

Weil also die entscheidende Zeit der Beratung bei Ihnen zuhause stattfindet, werde ich Ihnen häufig bestimmte Vorschläge machen, was Sie in der Zeit bis zum nächsten Termin ausprobieren oder umsetzen können. Manchmal spreche ich von „Hausaufgaben“, die Sie sich vornehmen können, oder auch von einer „Arznei“, die sie einnehmen können. Das ist aber nur sinnbildhaft gemeint. Es sind Vorschläge, Sie können sie umsetzen, aber Sie müssen das nicht tun, es bleibt Ihre Entscheidung! Ich empfehle Ihnen aber auf jeden Fall, diese Vorschläge aufzuschreiben, denn man vergisst so etwas leicht. Manchmal kommt einem eine wichtige Einzelheit nicht mehr in den Sinn. Ich empfehle Ihnen aber auch überhaupt, von den Beratungsterminen eine Art Beratungstagebuch anzulegen, in dem Sie immer wieder einmal (auch später, nach unserer gemeinsamen Zeit) nachlesen können, an was Sie mit welchen Ergebnissen gearbeitet haben.

 

Was ist eine „systemische“ Beratung?

Wenn es um Beziehungen zu anderen Menschen geht, speziell um die Partnerschaft oder das, was in der Familie läuft, achte ich vor allem auf das, was zwischen den Beteiligten abläuft, wie die Kommunikation ist, wie die Beteiligten jeweils aufeinander reagieren, ob es dabei zu festgefahrenen Mustern (Wiederholungen) kommt. Ich werde mit Ihnen solche Dinge gemeinsam untersuchen. Die Grundidee ist, dass Paare, Familien usw. soziale Systeme sind, und dass das, was passiert, sehr stark von Kräften und Prozessen im System beeinflusst wird, die den Beteiligten oft völlig verborgen sind.

Wenn es um persönliche Probleme (und in diesem Sinne um eine Einzelberatung) geht, spielen dennoch Systeme eine Rolle; zum einen andere Menschen, die jedoch in der Beratung nicht mit dabei sind, zum anderen sind es jetzt die inneren Systeme, unsere Gefühle und Bedürfnisse im Wechselspiel mit unseren Gedanken, unsere Werte- und Normensysteme, unsere Überzeugungen, die bewirken, dass wir die Welt mit vorgefertigten „Brillen“ wahrnehmen. Probleme, die wir haben, funktionieren oft wie Systeme, ohne dass man gleich versteht, wie das zustande kommt.

 

Was passiert in der Beratung?

Ich muss Ihnen Fragen stellen, um Ihnen schließlich auch Vorschläge machen zu können. Manchmal werden es ungewohnte Fragen sein. Manchmal werden Sie denken: `Der fragt ja nur, der gibt einem ja gar keinen Ratschlag!´ Obwohl: Meistens mache ich auch bestimmte Vorschläge (siehe unten). Was immer es sei, wenn Sie irritiert, was ich in der Beratung mache, sagen Sie es gleich, es wird sicher leicht aufklärbar sein. Um nochmals auf das Fragen zu kommen: Ich frage nur teilweise nach Dingen, um selbst Informationen zu bekommen, da beschränke ich mich auf das Notwendigste.

Es ist oft die Art meiner Fragen, die Ihnen den Zugang zu Antworten ebnen soll, auf die Sie sonst nicht gekommen wären. Sie kommen ja wegen bestimmter Probleme in Beratung.

Ich möchte Ihnen noch einige Grundannahmen nennen, von denen ich ausgehe:

 

            Natürlich versucht man, Lösungen für seine Probleme zu finden. Aber es wichtig,
zu sehen, dass Probleme nicht nur etwas Negatives sind, sondern dass sie einen
tieferen Sinn haben können, und dass es sich oft lohnt, darüber nachzudenken, vor
allem, wenn bestimmte Probleme einfach nicht „weggehen“, was man auch versucht.

 

            Die meisten Veränderungen, die wir machen können, vollziehen wir in kleinen
Schritten. Und meistens auch erst, wenn wir unter bestimmten Schwierigkeiten so leiden,
dass es nicht mehr geht oder dass wir es nicht mehr ertragen wollen. Die Fachleute
nennen das „Leidensdruck“. Sind Sie also gnädig mit sich, wenn Ihnen Veränderungen
nicht so weitgehend oder so schnell gelingen, wie Sie sich gewünscht haben.

 

            Allerdings muss man auch sagen: Ohne Anstrengung und gezielte, bewusste
Bemühungen wird Ihnen die Lösung der Probleme, wegen denen Sie hier sind, auch
nicht gelingen. Ich empfehle Ihnen deshalb, die Zeit der Beratung als wichtige
Lebensphase zu sehen, in die Sie bewusst Energie und Zeit investieren, in der
anderes hintan steht! Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen diese Zeit und Kraft
gerade nicht aufbringen wollen, dann warten Sie lieber und machen die Beratung
zu einem späteren Zeitpunkt! Immerhin investieren Sie ja auch Geld, das wollen
Sie bestimmt nicht dadurch vergeblich ausgeben, dass Sie die Beratung nicht ernsthaft
mit gestalten. Das betrifft z.B. die verabredeten „Hausaufgaben“: Manchmal sagen Leute:
„Ich bin nicht dazu gekommen, die Dinge auszuprobieren, die wir verabredet haben!“
Sie sollten sich nicht selbst täuschen! Zu dem, was man wirklich tun möchte, kommt man
immer! Wir sind zu einem erheblichen Teil Herr(in) über unsere Zeit. Wir setzen die
Prioritäten in unserem Leben zu einem großen Teil selbst, also können wir auch die
Themen, die in der Beratung anstehen, an oberste Stelle setzen, um die nötige Zeit
zu investieren. Beratung ist endlich! Also gibt es irgendwann auch wieder die Zeit, um
andere Dinge an die oberste Stelle zu setzen.

 

            Ihr Leben besteht nicht nur aus Problemen, Sie haben nicht nur Schwierigkeiten oder
irgendwelche Schwächen. Es gibt Lebensbereiche, die gestalten Sie gut, im Sinne Ihrer
Wünsche. Sie haben Fähigkeiten! Das zu bedenken ist wichtig, sonst sieht man (bildlich
gesprochen) schließlich vor lauter Löchern den Käse nicht mehr. Gerade von Ihren
Fähigkeiten werden Sie Gebrauch machen, wenn es um Veränderung geht!

 

            In einer Paar- oder Familienberatung ist ein wichtiges Prinzip, dass ich neutral bin, nicht
Partei ergreife. Ich versuche mich daran bestmöglich zu halten. Das verhindert aber
nicht, dass Sie einmal den Eindruck bekommen können, ich sei parteilich geworden, ohne dass
ich das von meiner Warte aus so sehe. In diesem Fall sollten Sie das sofort ansprechen,
damit wir den Sachverhalt klären. Andernfalls ist die Beratung bereits vom Scheitern bedroht.

 

Zum Schluss nochmals die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:

 

            Fragen Sie immer gleich, wenn Sie etwas in den Gesprächen nicht verstehen oder
Sie etwas irritiert, was ich frage oder tue. Wenn Sie (bei einer Paar- oder Familienberatung)
das Gefühl haben, ich sei parteilich geworden, sprechen Sie das bitte sofort an.

 

            Führen Sie ein kleines Beratungstagebuch und halten Sie vor allem die Vorschläge
(„Hausaufgaben“) fest, die wir in der Sitzung verabredet haben.

 

            Bedenken Sie…

 

-                   dass Veränderungen langsam gehen.

 

-                   dass Sie in die Lösung Ihrer Probleme aber auch bewusst und gezielt       
 Zeit und Energie investieren müssen. Die wichtigere Zeit ist oft diejenige,
 die zwischen den Terminen liegt, wo es darum geht, Neues  auszuprobieren,
 als die Zeit, die wir im Gespräch verbringen. Fragen Sie  sich, was Sie z.Zt.
 zugunsten der Arbeit in Ihren Problemen zurückstellen sollten.

 

-                   dass es in Ihrem Leben auch Dinge gibt, die gut laufen; und dass Sie
 über wichtige Fähigkeiten verfügen, die Sie vielleicht gerade für die
 Veränderung brauchen können, die Sie anstreben.

 

 Nun noch etwas zu den Formalitäten:

 

                  Familien- und Paargespräche dauern in der Regel 1 ½ Stunden. Wenn es eine
Doppelsitzung geben soll, was sich manchmal (z.B. in Krisen) empfiehlt, werde
ich das spätestens am Beginn des Termins mit Ihnen vereinbaren. Einzelberatungen
dauern 1 Stunde. Für Doppelsitzungen gilt das oben gesagte. Die Termine finden
meistens in 2-wöchigem, evtl. auch 3- oder 4-wöchigem Abstand statt.

 

                  Den Preis für die Stunde legen sie selbst fest. Ich mache hier keine Vorgaben!
Sie können sich entweder daran orientieren, was Sie für die Wartung bzw. Reparatur
Ihres Fahrzeugs in einer Vertragswerkstatt zahlen oder legen pro Sitzung
2,5% Ihres (Familien-)Nettoeinkommens (also nach Abzug der Steuern und Sozialversicherung) zugrunde.
Es gilt das Prinzip:
Es muss für Sie finanziell machbar sein und der eingesetzte Betrag muss es Ihnen auch
wert sein.

 

                  Evtl. legen wir auch von vorneherein eine feste Zahl von Sitzungen fest, nach deren
Ablauf zumindest überprüft wird, was erreicht wurde und geklärt wird, ob die Beratung
noch fortgesetzt wird.

                    ●                  Terminabsagen von Ihrer Seite: Wenn Sie einen Termin innerhalb weniger als 48 Stunden
                               absagen, muss ich Ihnen zumindest eine Stunde berechnen, denn ich kann so kurzfristig
                               nicht mehr anderweitig disponieren. Können der Partner bzw. Familienmitglieder zu einem
                               bestimmten Termin nicht mitkommen, dann kommen Sie lieber allein (oder die Mitglieder
                              der Familie, die können), als dass Sie den Termin absagen. Denn ein Ersatztermin kann
                              von meiner Seite selten kurzfristig gegeben werden; und zu groß sollten die Abstände
                              zwischen den Sitzungen nicht werden.

 

 

Praxis für systemische Beratung   -   Manfred v. Bebenburg

Langengasse 25, 89601) Schelklingen-Hausen , c/o Tagungshaus Albgarten, Tel.: 07394/ 93 19 19